Konzeption zum Projekt 'bank'
Thema dieser Arbeit war ein Vorschlag zur Gestaltung des Platzes vor dem Bockenheimer Depot. Wir näherten uns der Themenstellung über den Umstand, daß es auf dem Platz keine Sitzgelegenheit gibt und die Menschen sehr gehetzt über den Platz zu eilen schienen. So entstand die Idee, eine Bank zu bauen, die sich einerseits mit dem Platz auseinandersetzt und andererseits einen kommunikativen Charakter besitzt.
Das Material für dieses Vorhaben ergab sich aus einer intensiven Spurensuche. Bei einem unserer Fundstücke handelte es sich um Reste eines Wellpappekartons, den wir zum Bau eines Modells des Depotgebäudes benutzten. Aus diesem Umstand heraus entschlossen wir uns dazu, auch die Bank aus dem eher unkonventionellen Material Wellpappe herzustellen.
Im Design der Bank haben wir versucht, Strukturen des Bockenheimer Depots aufzunehmen (Backsteinformen, Rundungen der Fassade, usw.). Andererseits war uns - wie schon erwähnt - der kommunikative Aspekt sehr wichtig, der dem hektischen Treiben auf dem Platz Widerstand bieten sollte. Diesem Anliegen haben wir in einer Aktion Nachdruck verliehen, indem wir die Bank auf dem Vorplatz aufstellten und Passanten dazu aufforderten, auf der Bank kurz zu rasten und sich von uns fotografieren zu lassen. Die entstandenen Dokumente und unsere Erfahrungen zeigen, daß das ungewohnte Objekt und das ungewohnte Material eine Irritation verursachten, welche die Menschen zum Verweilen und zur Kommunikation anregte.
Mit ihrem kommunikativen Charakter ermöglicht sie, sich auf eine ungewöhnliche Sitzgelegenheit einzulassen, umgeben von den sonst gewohnten Tischen und Stühlen. Das Material der Bank erweckt dabei die Frage, ob tatsächlich möglich sei, sie zu 'be-sitzen' - unterstützt durch das weit verbreitete Bewußtsein, Ausstellungsgegenstände nicht berühren zu dürfen. So entsteht Kommunikation nicht nur sitzend auf der Bank, sondern auch im Gespräch und der Auseinandersetzung über sie.